Home » Homepage, Soziales

Wirtschaftliches Potential von Gender Budgeting nutzen

17 September 2011 Kein Kommentar

Landtagsrede zum Thema „Gender Budgeting“

Dazu sagt Marret Bohn:

Wenn Gender Mainstreaming und Gender Budgeting auf unserem Planeten vorkommen, dann sitzen CDU und FDP auf einem anderen Stern und schauen zu. Der eine Teil sagt: Freiheit ist alles, den Rest regelt der Markt. Der andere Teil sagt: Wir sind konservativ. Wat wi nicht kennt, dat wült wi nich. Schade, liebe Kolleginnen und Kollegen.

Schleswig-Holstein hatte einmal goldene Zeiten, was die Gleichstellung von Frauen und Männern angeht. So war das unter Rot-Grün. Jetzt sind alle Ideen zur Gleichstellung zurückgefallen ins mausgraue Mittelalter. So ist das unter Schwarz-Gelb.

Gender Budgeting, frei übersetzt die gleichberechtigte Finanzierung, hat sich in den letzten Jahren international zu einem wichtigen finanz- und wirtschaftspolitischen Instrument entwickelt. In der Schweiz, Großbritannien, Frankreich, Australien und Kanada werden Haushaltsentscheidungen genau überprüft. Wie wirken sie sich auf die Gleichstellung von Frauen und Männern aus? Wie wirken sie sich auf die Versorgung von Frauen und Männern aus? Wie wirken sie sich auf die Erwerbstätigkeit zwischen Frauen und Männern aus? Das sind zentrale Fragen einer Gender-Budgeting-Analyse öffentlicher Haushalte.

Ziel von Gender Budgeting ist die Gleichstellung von Frauen und Männern bei der Ressourcenverteilung. Was spricht aus Ihrer Sicht dagegen, liebe Kolleginnen und Kollegen von CDU und FDP? Und wenn Sie das Gender Budgeting nicht wollen: Was sind denn Ihre Vorschläge zur besseren finanziellen Gleichstellung?

Die unterschiedlichen Lebensbedingungen und -chancen von Frauen und Männern sind mit wirtschafts- und sozialpolitischen Entscheidungen eng verknüpft. Das ist die Idee, die hinter dem Gender Budgeting steckt.

Kommen wir zum ersten Gleichstellungsbericht: „Neue Wege – neue Chancen: Gleichstellung von Frauen und Männern im Lebenslauf“ heißt das vorliegende Gutachten. Frau Prof. Dr. Ute Klammer, Vorsitzende der Sachverständigenkommission erklärte, dass der Weg zu echter Chancengleichheit zwischen Frauen und Männern in Deutschland noch weit ist. „Gleichstellung muss Bestandteil moderner Politik sein, denn sie birgt erhebliches wirtschaftliches Potenzial“, so Klammer, „Die Nutzung aller Talente und die Erwerbstätigkeit von Frauen machen unsere Gesellschaft leistungsfähiger und stabilisieren das Sozial- und Steuersystem.“

Deutschland spielt seit Jahren in Gleichstellungsfragen nur im Mittelfeld der Industrienationen. Das ist sehr bedauerlich. Das vorliegende Gutachten ist Rückenwind für die Forderung nach besserer Gleichstellung zwischen Frauen und Männern. Frauen, ethnische Minderheiten und Homosexuelle haben im Beruf eingeschränkte Aufstiegschancen. Das ist nachgewiesen. Das Phänomen nennt sich glass ceiling – gläserne Decke – und wurde nicht von den Grünen, sondern von Wirtschaftswissenschaftlern und Soziologen beschrieben.

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

in den Ländern, in denen die Erwerbstätigkeit von Frauen am höchsten ist, ist die Kinderarmut am niedrigsten. Allein diese Tatsache ist ein Auftrag zu handeln. Für uns Grüne steht fest: Gleichstellungspolitik ist schon längst Sozial- und Wirtschaftspolitik. Gleiches Geld für gleichwertige Arbeit. Mehr Frauen in Führungspositionen. Weniger Altersarmut bei Frauen. Das sind unsere Ziele. Daran werden wir arbeiten.

Wir begrüßen die Initiative der Linken. Uns geht aber die Beschränkung auf Familien und Pflege nicht weit genug, wir wollen ganz bewusst die harten Bereiche Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung genau so durchleuchten. Ich freue mich, dass wir den Antrag gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen der SPD und des SSW einbringen und beantrage die Überweisung in den Innen- und Rechtsausschuss und beratend in den Finanzausschuss.

Leave your response!

Add your comment below, or trackback from your own site. You can also subscribe to these comments via RSS.

Freundlich und am Thema bleiben. Kein Spam.

Nutzen Sie diese tags:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Dies ist ein Gravatar-basierter Blog. Um Ihren global verwendbaren Avatar zu bekommen, registrieren Sie sich bitte auf Gravatar.