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Unser Ziel: Erhalt der freiberuflichen Geburtshilfe überall in Schleswig-Holstei

7 Juni 2011 Kein Kommentar
Unser Ziel: Erhalt der freiberuflichen Geburtshilfe überall in
Schleswig-Holstein
Landtagsrede zum Thema: Versorgung durch Hebammen und Geburtshelfer sicherstellen
Dazu sagt Marret Bohn:
Jeden Tag erblicken hier bei uns in Schleswig-Holstein 60 Neugeborene das Licht der Welt. Bei fast allen
ist eine Hebamme dabei. Ein wichtiger Beruf, daran besteht kein Zweifel: Hebammen unterstützen
werdende Mütter und Väter während der Schwangerschaft und vor und nach der Geburt. Wir Grüne
wollen, dass es auch weiterhin überall in Schleswig-Holstein freiberuflich tätige Hebammen gibt.
Seit Juli 2010 hat aber jede fünfte freiberuflich tätige Hebamme ihre Tätigkeit aufgegeben. Das liegt an
drei Problemen:
1. Die Struktur: Die Leistungen der Hebammen sind in der Reichsversicherungsordnung aus dem Jahr
1911 festgelegt. Das ist sehr lange her. Wir wollen eine Regelung, die ins Jahr 2011 passt.
2. Die Höhe der Gebühren ist nicht mehr ausreichend. Die Hebammen in Schleswig-Holstein verdienen
etwa 7,50 Euro pro Stunde – das ist für diesen Beruf viel zu wenig.
3. Die Versicherungsbeiträge in der Haftpflichtversicherung sind im Juli 2010 extrem angestiegen. So
extrem, dass viele Hebammen ihre freiberufliche Tätigkeit aufgegeben haben.
Das Problem ist nicht neu, liebe Kolleginnen und Kollegen. Es ist jedoch immer noch nicht gelöst und das
wollen wir Grüne heute ändern. Im Juli 2010 wurde durch einen Schiedsspruch die Gebühr für eine
Geburt um 100 Euro angehoben. Das ist ein Tropfen auf den heißen Stein – mehr nicht.
Wir Grüne haben auf Bundesebene ein Gutachten zur Versorgung mit Hebammen und zu ihrer
Einkommenssituation gefordert. CDU und FDP haben dies abgelehnt. Versprochen hatte der
Ex-Gesundheitsminister Rösler eine Studie zur Finanzsituation. Passiert ist jedoch bisher nichts. Die
Verantwortlichen lassen Hebammen und Familien im Regen stehen – und das werfen wir ihnen vor.
Unser Ziel ist der Erhalt der freiberuflichen Geburtshilfe überall in Schleswig-Holstein. Auf Amrum genau
so wie in Kiel. In den Städten so wie im ländlichen Raum. Hierzu wollen wir drei Schritte gehen:
1. Wir Grüne fordern eine Überführung aller Leistungen rund um die Geburt von der
Reichsversicherungsordnung aus dem Jahr 1911 in das Sozialgesetzbuch Fünf – dem Gesetzbuch zur
gesetzlichen Krankenversicherung. Hier ist der richtige Platz für Prävention, hier ist auch der richtige
Platz für Geburtsleistungen.
2. Sofort nach der Überführung in das fünfte Sozialgesetzbuch müssen die Gebühren erhöht werden.
Eine Geburt sollte einer Gesellschaft auch ein gutes Gehalt der Hebammen wert sein.
Pressedienst3. Wir unterstützen die Forderung nach einem Versicherungsfonds, der die Beiträge zur Berufshaftpflicht
ganz oder teilweise übernimmt. Das ist gerade für uns in Schleswig-Holstein wichtig. Eine Hebamme auf
Amrum wird nie so viele Geburten betreuen können wie eine Hebamme in Kiel. Trotzdem muss sie ihren
Beruf ausüben können.
Wer unseren Antrag nicht unterstützt, von dem erwarte ich, dass er hier und heute alternative
Lösungsvorschläge vorlegt. Für die freiberuflichen Hebammen ist es nicht fünf vor zwölf, es ist schon fünf
nach zwölf. Wir beantragen, Abstimmung in der Sache und das unser Antrag zu einem eigenständigen
Antrag erklärt wird. Den Antrag der Linken werden wir unterstützen.

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