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Schere zwischen Langzeitarbeitslosigkeit und Fachkräftemangel darf nicht weiter auseinander gehen

17 September 2011 Kein Kommentar

Landtagsrede zum Thema Soziale Ausrichtung und finanzielle Grundlage der Arbeitsförderung sichern

Dazu sagt Rasmus Andresen in Vertretung für die sozialpolitische Sprecherin der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Marret Bohn:

Die Zahl der Arbeitslosen ist deutlich zurückgegangen – auch in Schleswig-Holstein. Das ist sehr erfreulich. Wir haben eine aktuelle durchschnittliche Arbeitslosenquote von etwa 7,5 Prozent – das klingt gut. Wenn wir jedoch genau hinschauen, bedeutet das, dass knapp 100.000 Menschen keinen Arbeitsplatz haben. Der Arbeitsmarkt ist tief gespalten. Auf der einen Seite gibt es einen Fachkräftemangel, auf der anderen Seite haben wir eine verfestigte Langzeitarbeitslosigkeit. Wer jetzt nur die Spitze des Eisbergs sieht und an der falschen Stelle spart, wird Schiffbruch erleiden.

Die geplanten Kürzungen der Bundesregierung erinnern an die Fahrt der Titanic: Volle Kraft voraus, es wird schon gut gehen. Qualifizierungen und Weiterbildungen, Förderung von Selbstständigen, das Programm JobPerspektive – sie alle werden mit dem Rasenmäher gekürzt. Das ist der völlig falsche Weg. Das ist keine Neuausrichtung der Arbeitsmarktpolitik, das ist die arbeitsmarktpolitische Abrissbirne. Sie wird dazu führen, dass diejenigen, die heute schon benachteiligt sind, restlos abgehängt werden.

Wir wollen, dass nicht nur Fachkräfte, sondern auch Langzeitarbeitslose eine echte Perspektive haben. Dafür müssen ausreichend Finanzmittel zur Verfügung gestellt werden. Kurzfristige Einsparungen haben in diesem Bereich mittel- und langfristig Auswirkungen, die weit über den Einsparungen liegen.

Wir Grüne stehen für Nachhaltigkeit. Nicht nur bei der Energie- und Gesundheitspolitik, auch bei der Arbeitsmarkpolitik. Eine nachhaltige Integration auf dem Arbeitsmarkt ist die beste Lösung für die Arbeitslosen und für die Wirtschaft. Wir fordern eine transparente Analyse der Arbeitsmarktinstrumente und fordern einen Abbau von bürokratischen Strukturen. Und wir fordern eine Diskussion über die Sanktionen.

Die Schere zwischen Langzeitarbeitslosigkeit und Fachkräftemangel darf nicht weiter auseinander gehen. Das wäre schlecht für die Arbeitslosen, schlecht für die Wirtschaft und schlecht für das gesellschaftliche Klima. Wir begrüßen daher die Initiative der Linken. Wir wollen allerdings die Forderungen konkreter gestalten. Deswegen stellen SPD, SSW und Grüne den vorliegenden gemeinsamen Antrag.

Wir fordern Sie auf: Stimmen Sie unserem gemeinsamen Antrag zu. Das wäre gut für die Langzeitarbeitslosen in Schleswig-Holstein. Sie haben genau so eine Chance verdient wie die Fachkräfte

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