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Pflege mit Maßnahmenpaket zukunftsfest machen

17 September 2011 Kein Kommentar

Landtagsrede zum Thema Berufsordnung für Pflegeberufe

Dazu sagt Ines Strehlau in Vertretung für die sozialpolitische Sprecherin der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Marret Bohn:

Die Zahl der Pflegebedürftigen wird bis 2020 um 25 Prozent steigen. Mit dieser Zahl beschäftigen sich überwiegen SozialpolitikerInnen. Es ist höchste Eisenbahn, dass auch Finanz- und WirtschaftspolitikerInnen sich damit auseinandersetzen. Es rollt eine Entwicklung auf uns zu, auf die wir uns jetzt schon einstellen müssen. Es muss in die Köpfe aller Verantwortung tragenden Akteure rein, sonst gibt es morgen eine böse Überraschung.

Die Pflege wünscht sich mehr politische Aufmerksamkeit. Das halten wir Grüne für richtig. Die Pflege wünscht sich außerdem eine bessere Vertretung ihrer Interessen. Auch das halten wir Grüne für richtig. Deswegen begrüßen wir die Initiative zur Berufsordnung. Sie ist wichtig und richtig. Sie allein wird jedoch nicht ausreichen, denn wir müssen an vielen Stellen nachbessern. Die Berufsordnung ist hier nur ein Mosaikstein.

Auch bei der Anzahl der Ausbildungsplätze muss nachgebessert werden. Wir loben unseren Sozialminister nur selten. Die Zahl der vom Land geförderten Ausbildungsplätze ist trotz der angespannten Haushaltslage erhöht worden. Das war eine gute Entscheidung, die wir Grüne ausdrücklich begrüßen. Jede Einzelmaßnahme ist jedoch ein Tropfen auf den heißen Stein. Dies wird nicht ausreichen. Wir wollen ein ganzes Maßnahmepaket, nur so kommen wir zu einer grundlegenden Verbesserung für die Pflege. Und die ist erforderlich, daran besteht doch kein Zweifel.

Ein Medizinstudium ist kostenlos, aber eine Ausbildung in der Pflege kostet. Das ist ein Unding und wir Grüne wollen dies ändern. Wir wollen eine Ausbildungsumlage und wir wollen für Schleswig-Holstein endlich eine bedarfsgerechte Ausstattung mit Ausbildungs- und Umschulungsplätzen in der Pflege. Die Pflegeverbände – öffentliche und private – weisen schon lange auf den Bedarf in der Pflege hin. Ihre Stimme wird aber nicht gehört.

Wir alle sollten aber genau hinhören. Wir brauchen auch eine stärkere Interessenvertretung. Wir haben im Sozialausschuss mehrfach über die erforderlichen Änderungen und über die Berufsordnung gesprochen. Wir haben zahlreiche Stellungnahmen von Experten eingeholt und mit Fachleuten gesprochen.

Liebe Kolleginnen und Kollegen von CDU und FDP,

wenn Sie die Berufsordnung ablehnen mit dem Hinweis, sie befürchten mehr Bürokratie, dann frage ich Sie: Wie wollen Sie die Interessenvertretung in der Pflege stärken? Was sind Ihre Vorschläge? Holen Sie sie aus den Schubladen und legen Sie sie auf den Tisch. Wir würden sie gern mit Ihnen diskutieren. Es muss Schluss sein mit den Sonntagsreden und Lippenbekenntnissen zur Pflege. Wir brauchen eine Strategie zur Stärkung der Pflege und eine Qualitätsoffensive.

Und eins sage ich an dieser Stelle ganz deutlich: Gute Pflege gibt es nicht zum Nulltarif, darüber sollten sich alle im Klaren sein. Ich wiederhole die Zahlen: In knapp zehn Jahren werden wir nicht mehr 80.000 sondern 100.000 Pflegebedürftige haben. Das ist eine Zunahme von 25 Prozent. Wir müssen handeln. Wir müssen die Pflege zukunftsfest machen. Und damit müssen wir heute schon anfangen. Dabei wäre aus unserer Sicht eine Berufsordnung eine gute Weichenstellung.

Auch die Diskussion über eine Pflegekammer wollen wir Grünen mit den Pflegenden führen. Und eins ist mir noch wichtig: Wir sollten auch einmal die positiven Seiten sehen. Die Pflege bietet vielen Menschen Arbeitsplätze. Wenn wir klug sind, sorgen wir dafür, dass diese Arbeitsplätze gute Arbeitsbedingungen und gute Aufstiegsmöglichkeiten bieten. Dann werden sich auch mehr junge Menschen für eine Ausbildung in der Pflege entscheiden. Denn eins ist klar: Die Pflegebranche ist eine Zukunftsbranche.

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