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Nägel mit Köpfen machen und ein gutes Landeskonzept für Familienzentren entwickeln

29 Januar 2013 Kein Kommentar

Landtagsrede zum Thema Umsetzung des Bundeskinderschutzgesetzes

Dazu sagt die gesundheitspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, Marret Bohn:

Stellen Sie sich einen Bienenstock im Sommer vor. Reges Treiben zwischen Einflugschneise und Bienenstock. Fleißige Bienen schwärmen ein und aus und sorgen für die nächste Generation. So ähnlich stelle ich mir ein Familienzentrum vor. Ein zentraler Ort, vielfältige Angebote, Hilfe und Unterstützung, Kinder und Eltern strömen ein und aus und bekommen hier im Familienzentrum die Unterstützung, die sie brauchen.

Warum brauchen wir Familienzentren? Die Gesellschaft wandelt sich. Menschen sind mobiler. Das Leben in der Großfamilie ist die Ausnahme geworden. Eltern und Kinder stehen häufig ohne Unterstützung da. Es ist extrem schwierig, die Anforderungen alleine zu bewältigen. Familien brauchen in wachsendem Maß Hilfe. Dazu gehört die kontinuierliche Förderung der Kinder in den frühen Lebensjahren. In jungen Jahren werden die zentralen Weichen für Lebensqualität, Bildungserfolg und insbesondere für soziale Teilhabe gestellt. Deshalb ist es wichtig, dass Familien so früh wie möglich Hilfe und Unterstützung bekommen.

Warum sind Kindertageseinrichtungen besonders geeignet? Kitas gibt es fast überall. Sie sind wohnortnah. Sie gehören zum Alltag von Familien dazu. Mehr als 95 Prozent der über drei Jährigen besuchen eine Kindertageseinrichtung. Kitas haben einen extrem niedrigschwelligen Zugang. Es gibt es keine Schwellenängste. Sie genießen eine hohe Akzeptanz. Sie sind Orte des Vertrauens für die Kinder und ihre Eltern. Kitas sind besonders geeignet, über Bildung, Erziehung und Betreuung hinaus, Orte der Familienförderung zu werden. Eltern können frühzeitig angesprochen werden. Sie könne sich über Unterstützungsangebote informieren. Räume können außerhalb der Öffnungszeiten genutzt werden. Die Kita im Viertel kennt jeder, sie  kann zum Ort für Austausch und Begegnung werden.

Kindertageseinrichtungen werden zum Knotenpunkt in einem neuen Netzwerk. Das heißt nicht, dass die Kita alles selbst leisten muss. Es bedeutet, dass die vorhandenen Angebote stärker kooperieren und miteinander vernetzt werden. Die Kita im Sozialraum bündelt diese und ist Knotenpunkt in einem Netzwerk rund um die Familie.

Familienzentren kooperieren mit Beratungsstellen, Familienbildungsstätten, Verbänden und Selbsthilfeorganisationen. Sie ermöglichen frühe Beratung, Information und Hilfe in allen Lebenslagen. Über die Alltagsnähe der Kita werden die Angebote leichter zugänglich gemacht.

CDU und FDP fordern in ihrem Antrag ein Modellprojekt. Das halten wir für nicht erforderlich. Das Thema Familienzentren ist in Schleswig-Holstein nicht neu.

Im Kreis Rendsburg-Eckernförde z.B. sind in den letzten Jahren auf Initiative der grünen Kreistagsfraktion die ersten Familienzentren aufgebaut worden.

Übrigens mit Unterstützung aller Fraktionen, auch der CDU. Insofern gibt es die Modellprojekte, die sie jetzt in ihrem Antrag fordern, schon.

Wir müssen „das Rad auch nicht neu erfinden“. Wir wollen daher auf Grundlage der Erfahrungen vor Ort ein gutes, an die Bedingungen in Schleswig-Holstein angepasstes  Konzept entwickeln.

Liebe KollegInnen von CDU und FDP, stimmen Sie unserem Antrag zu. Erkennen Sie an, dass Kitas und Familienbildungseinrichtungen in Schleswig-Holstein schon weiter sind, als Sie angenommen haben. Holen wir Familien und Einrichtungen da ab, wo sie stehen. Machen wir Nägel mit Köpfen und entwickeln ein gutes Landeskonzept für Familienzentren.

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