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Interview mit Marret Bohn zum Weltfrauentag

12 März 2014 Kein Kommentar

Der internationale Weltfrauentag ist Anlass um über die Erfolge und bleibenden Ziele bei der Emanzipation zu reflektieren. Marret Bohn, sozialpolitische Sprecherin der schleswig-holsteinischen Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, gibt im Gespräch einen Einblick darein, was frauenpolitisch durch das Rot-Grün-Blaue Bündnis in den vergangenen beiden Jahren bewegt worden ist.frauenandiemacht_0

Was hat die grüne Regierung  seit Beginn der Legislatur im Feld der Frauenpolitik bewegt?

Wir haben in den ersten knapp zwei Jahren im Feld der Frauenpolitik schon einige wichtige Akzente setzen können:

So haben wie die finanzielle Förderung für die Frauenhäuser und Frauenberatungsstellen wieder erhöht. Schutz vor Gewalt ist für mich ein Menschenrecht, daher freue ich mich besonders darüber, dass es uns gelungen ist, das Frauenhaus in Wedel und beide Frauenhäuser in Lübeck zu erhalten sowie die Frauenhausplätze in Ahrensburg und Schwarzenbek aufzustocken. Auch der Neubau des Frauenhauses in Norderstedt konnte durch einen Zuschuss vom Land gefördert werden. Wir unterstützen die Beratungsstellen von Frau und Beruf in der bisherigen Fördersumme, obwohl die Fördergelder der EU insgesamt weniger geworden sind. Und – nach wie vor eine wichtige frauenpolitische Forderung: Wir haben beschlossen, dass es ein Entgeltgleichgesetz geben soll: Unser Ziel ist gleicher Lohn für gleiche Arbeit.

An welchen Stellen muss das Gesundheitssystem auf die speziellen Anforderungen und Bedarfe von Frauen besser eingestellt werden?

Als Ärztin fallen mir da gleich mehrere Bereiche ein: Bei den Themen Kinderwunsch, Geburt und Verhütung müssen die Interessen von Frauen besser berücksichtigt werden.  Ich engagiere mich beispielsweise schon seit Jahren dafür, dass die Hebammen eine bessere Vergütung bekommen und ihre Haftpflichtversicherung gesichert wird. Was Verhütung angeht, bin ich dafür, die Pille danachrezeptfrei anzubieten. Verhütungsmittel sollten für einkommensarme Frauen zudem kostenlos angeboten werden. Frauen sind häufiger als Männer von psychischen Erkrankungen betroffen, daher ist es für sie von besonderer Bedeutung, dass die Behandlungsangebote verbessert werden.

Da Ess-Störungen überdurchschnittlich häufig Frauen betreffen, ist auch das für mich ein  Thema. Auch hier muss im Interesse von Frauen noch mehr getan werden muss.

 

Hast Du den Eindruck, dass der Gender Gap –  die Lücke zwischen Frauen und Männern bei der Entlohnung –  in den letzten Jahren reduziert werden konnte?

Leider nicht -da sind wir noch lange nicht am Ziel.  Für mich als Grüne ist es unbegreiflich, dass Frauen bei gleicher Qualifikation immer noch etwa 23% weniger verdienen als Männer. Erst wenn wir diese Lücke geschlossen haben, gibt es echte Gleichberechtigung. Zum Glück gibt es immer mehr ArbeitgeberInnen, denen das klar ist und Frauen und Männer gleich gut bezahlen.

Welches Frauenpolitische Thema steht als nächstes auf Deiner Tagesordnung?

Da gibt’s gleich mehrere:

Ein Landtagsantrag zur Vertraulichen Spurensicherung von Frauen, die Opfer sexueller Gewalt geworden sind, Fachgespräche zum Thema Prostitution und die weitere Planung  von Gender Budgeting.

Außerdem werde ich mich dieses Jahr intensiv mit der konkreten Lage der Gleichstellungsbeauftragten beschäftigen – es gibt viel zu tun in der Frauen- und Genderpolitik!

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