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Gute Gesundheitspolitik und FDP sind wie Ebbe und Flut

25 Februar 2012 Kein Kommentar

Landtagsrede zum Thema Entwicklung medizinischer Versorgungsstrukturen

Dazu sagt Marret Bohn:

„Tagtäglich leisten Tausende von Pflegern und Pflegerinnen, von Ärzten und Ärztinnen, von Arzthelferinnen und Arzthelfern, von Physiotherapeuten, Psychotherapeuten, Ergotherapeuten und Angehörige vieler anderer Berufsgruppen ihre Arbeit. Für die Leistung, die in den Gesundheitsberufen tagtäglich erbracht wird, braucht es Motivation, Vertrauen und Anerkennung. Genau das ist das Ziel des Versorgungsstrukturgesetzes.“ – das sagte der Bundesgesundheitsminister von der FDP. So weit, so gut.

Richtig ist: Wir alle wünschen uns für unsere Familien und für uns selbst eine gute medizinische, pflegerische oder therapeutische Behandlung. Richtig ist: Die Strukturen der medizinischen und pflegerischen Versorgung müssen dringend zukunftsfest gemacht werden. Richtig ist: Eine bessere Verzahnung von stationärem und ambulantem Bereich ist nicht die Kür, sie ist die Pflicht.

Das Problem der FDP ist: Das Versorgungsstrukturgesetz erreicht diese Ziele nicht. Es ist durchzogen von einer ganzen Reihe von Webfehlern. Den Webfehler, den Sie auf Bundesebene gemacht haben, den weben Sie auf Landesebene fleißig weiter. Sie weben und weben und wundern sich, dass der Jubel in der Opposition ausbleibt.

Wo findet sich die Anerkennung der Pflegeberufe im Versorgungsstrukturgesetz? Das hätte ich von dieser Landesregierung anders erwartet – schade. Wo ist eine Berücksichtigung der Zunahme von psychischen Erkrankungen? Wahrscheinlich leidet diese Landesregierung selbst schon an Burn-Out, anders kann ich mir das nicht erklären. Wo ist die stärkere Berücksichtigung der Patienteninteressen? Leider nicht vorgesehen.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, es zeigt sich einmal wieder: Gute Gesundheitspolitik und FDP sind wie Ebbe und Flut. Beide gibt es, aber sie treten nie gleichzeitig auf, sie sind ein politisches Entweder-Oder.

Wir müssen uns davon verabschieden, dass in den Bereichen Gesundheit und Pflege dauerhaft schwarze Zahlen geschrieben werden. Das Personal im Gesundheitswesen – und das gilt für alle Bereiche – ist ausgequetscht wie eine Zitrone. Damit muss Schluss sein. Was wir brauchen ist endlich die Perspektive für einen bundesweit einheitlichen Landesbasisfallwert. Dann haben wir eine bessere Finanzierung der Krankenhäuser. Dann sind auch die Bedingungen für die medizinischen Versorgungsstrukturen besser.

Im Moment ist viel zu viel Druck im Kessel. Wenn wir nicht wollen, dass der Kessel explodiert, müssen wir das völlig überhitzte Gesundheitswesen etwas abkühlen. Wir müssen jetzt handeln, sonst wird die junge Generation von heute morgen völlig überfordert sein.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, unser Gesundheitswesen steht vor großen Herausforderungen. Eine älter werdende Bevölkerung, die Zunahme von chronischen Erkrankungen, die Zunahme von Mehrfacherkrankungen, all das verlangt grundlegende strukturelle Veränderungen in der Gesundheitsversorgung.

Und die demografische Entwicklung macht auch vor den ÄrztInnen und Pflegekräften nicht halt – Stichwort Fachkräftemangel. Der demografische Wandel und der Wandel des Erkrankungsspektrums führen zwangsläufig zu einem häufigeren Wechsel der PatientInnen zwischen ambulantem und stationärem Bereich. Genau deshalb ist es so schade, dass der Gesetzentwurf weit hinter den Erwartungen zurück bleibt.

Die Sicherung der medizinischen, pflegerischen und therapeutischen Behandlung überall in Schleswig-Holstein – von Brunsbüttel bis Flensburg – wird eine der entscheidenden Aufgaben der nächsten Jahre sein.

Wir Grüne wollen eine bessere Verzahnung von stationärem und ambulantem Bereich. Wir wollen eine deutliche Stärkung der hausärztlichen Versorgung. Wir wollen eine teamorientierte Zusammenarbeit der unterschiedlichen Gesundheitsberufe – auf Augenhöhe, ohne Hierarchien und mit zukunftsfähiger Aufgabenverteilung. ÄrztInnen als verantwortungsvolle Teamplayer sind nicht nur eine schöne Vision, es gibt sie schon heute und wir brauchen mehr von ihnen. Noch ist es nicht ganz zu spät für diese Nachbesserungen.

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