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Fortschreibung des Psychiatrieplanes

6 August 2011 Kein Kommentar
Landesregierung hört nicht auf die Fachwelt

Sehr geehrter Herr Präsident, sehr geehrte Damen und Herren,

,,Arbeiten bis der Arzt oder die Ärztin kommt" ist zur Volkskrankheit geworden. Burn Out
und Depressionen haben in den letzten Jahren stark zugenommen. Das gilt auch für
andere psychische Erkrankungen. Die Fachleute im Gesundheitswesen sind sich einig,
dass die Versorgungsstrukturen in Schleswig-Holstein dringend angepasst werden
müssen. Ich zitiere Prof. Dr. Arno Deister ­ Umdruck 17/2537: ,,Psychische Störungen
gehören zu den Erkrankungen, die zunehmend häufiger verantwortlich sind für Arbeits-
unfähigkeit, Krankenhausaufenthalte und frühzeitige Berentungen."

Wichtig ist eine Verbindung der Qualität der Versorgung mit den verfügbaren Möglich-
keiten. Diese Einschätzung wird allgemein in der Fachwelt geteilt. Daher ist die Fort-
schreibung des Psychiatrieplans sinnvoll und erforderlich. Aber einmal mehr verpasst
die Landesregierung die Gelegenheit, wichtige gesundheitspolitische Weichen zu stel-
len.

Das ist bedauerlich. Wir Grünen sehen erheblichen Handlungsbedarf gerade auch in
den Bereichen der Kinder- und Jugendpsychotherapie und bei gerontopsychiatrischen
PatientInnen. Den Antrag der SPD ohne Alternative abzulehnen ist ein großer Fehler.
Es zeigt einmal mehr, dass die Landesregierung nicht auf die Fachwelt hört und die
Zeichen der Zeit völlig unterschätzt. Das ist bedauerlich für alle Beteiligten. Wichtig ist
eine Stärkung der Prävention. Je mehr psychische Erkrankungen wir verhindern kön-
nen, desto besser.

Wichtig ist eine Verkürzung der Wartezeiten bis zum Beginn einer Behandlung. Je frü-
her eine Therapie beginnt, desto besser ist das Ergebnis. Wichtig ist es uns Grünen
auch, weiter auf eine regionale Planung zu setzen. Möglichst wohnortnah, wann immer
es geht ambulant vor stationär, das ist die richtige Devise.

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
Angehörige von PatientInnen mit psychischen Erkrankungen brauchen bessere Infor-
mationen. Die Koordinierung der Hilfen muss verbessert werden. Wir Grünen wollen
mehr Transparenz im System und die Einhaltung von Qualitätsstandards.

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
der Psychiatrieplan Schleswig-Holstein ist mehr als zehn Jahre alt. Offensichtlich kön-
nen wir von dieser Landesregierung keinen neuen Plan erwarten. Sie stellt sich auf bei-
den Ohren taub. Damit geht kostbare Zeit verloren. Für uns Grüne steht fest: Die Zei-
chen der Zeit fordern eine bessere Planung der Versorgungsstruktur. Ein neuer Psy-
chiatrieplan wäre hierbei sehr hilfreich. Daher werden wir den Antrag der SPD mit voller
Überzeugung unterstützen.

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