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Die ambulante Schmerztherapie in Schleswig-Holstein muss gesichert und ausgebaut werden

26 März 2017 Kein Kommentar

Es gilt das gesprochene Wort!

TOP 51 – Ambulante Schmerztherapie

Dazu sagt die sozialpolitische Sprecherin der

Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Marret Bohn:

Sehr geehrte Damen  und Herren,

Schmerz ist ein Warnsignal unseres Körpers: Für eine Erkrankung, eine Verletzung oder eine falsche Bewegung.

Was aber, wenn das körpereigene Warnsystem auf Dauerbetrieb schaltet? Wenn es Schmerz, aber keine akute Schmerzreizung gibt? Wenn der Schmerz kein akutes Symptom ist? Dann ist der Schmerz chronisch und selbst zur Krankheit geworden.

Viele Menschen leiden täglich Schmerzen, obwohl akute Auslöser zu fehlen scheinen. Etwa 15 Millionen Deutsche leiden unter chronischen Schmerzen. Sie ertragen häufig Tag und Nacht Qualen, obwohl akut weder eine Verletzung, noch eine Krankheit vorliegt. Oft dauert es viele Jahre, bis sie eine medizinische Behandlung Arzt erhalten, die ihnen tatsächlich helfen kann.

Für die erfolgreiche Therapie chronischer Schmerzen sind besondere Qualifikationen erforderlich. Forschung und Wissenschaft machen große Fortschritte, aber sie müssen in kompetente Behandlung einfließen. Zentral für Menschen, die unter chronischen Schmerzen leiden ist, dass sie an die richtige SpezialistIn geraten. Damit kommen wir zum Kern der vorliegenden Anträge.

Die Versorgung mit ambulanter Schmerztherapie in Schleswig-Holstein ist nicht schlecht, aber verbesserungswürdig. Es gibt 37 spezialisierte ÄrztInnen, die in der ambulanten Schmerztherapie tätig sind. Sie sind in der Fläche nicht optimal verteilt. Wie bei anderen FachärztInnen auch, gibt es Lücken im ländlichen Raum. Zum  Beispiel an der Westküste ist das Angebot zu dünn. Die Grundqualifikation der praktizierenden SchmerztherapeutInnen reicht von der Allgemeinmedizin über Orthopädie und Inneres bis hin zur Anästhesie und Neurochirurgie. Eine Reihe der bisherigen BehandlerInnen werden in den nächsten Jahren in den Ruhestand gehen. Das macht die Situation schwieriger. Der Deutsche Ärztetag hat sich schon 2014 mit diesem Thema befasst, die GesundheitsministerInnenkonferenz 2015.

Krankenkassen und kassenärztliche Vereinigung in Schleswig-Holstein haben sich 2016 auf ein Konzept zur ambulanten Versorgung in der Schmerztherapie geeinigt, dass die Versorgung chronisch schmerzkranker Patienten auf der Grundlage einer Qualitätssicherungsvereinbarung sichern soll. Im „Bedarfsplan 2015 / 2016 für den Bezirk der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein“ sind Maßnahmen und die Zielsetzungen entsprechend festgehalten worden.

Was jetzt folgen muss und auch folgt, ist die Umsetzung. Dass in der Praxis nicht immer alles läuft, wie es auf dem Papier gedacht war, ist leider normal. Dass die einzelnen Schritte meistens langsamer voran gehen und es länger braucht am Ziel anzukommen, ist die Regel, nicht die Ausnahme. Das kann niemanden zufrieden stellen. Wir alle setzen uns für das gleiche Ziel ein, den laufenden Prozess zu beschleunigen und die ambulante Schmerztherapie in Schleswig-Holstein zu sichern und auszubauen.

Die Landesregierung ist gerne bereit auf diesem Weg weiter zu begleiten und zu unterstützen. Ich bin sicher, Schleswig-Holstein kommt bei der Schmerztherapie voran. Ganz schlecht stehen wir schon heute nicht da. Die Lücken müssen geschlossen werden, daran arbeiten wir in der Küstenkoaltion gemeinsam, mit voller Kraft.

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