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Demenzplan für S-H: Jetzt handeln und nicht länger warten

26 Februar 2013 Kein Kommentar

Dazu sagt die gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen,

Marret Bohn:

„VERGISSMEINNICHT“ – so heißt ein aktueller Kinofilm zum Thema Demenz von David Sieveking. Er begleitet hierin seine an Alzheimer kranke Mutter auf ihrer Reise in die Demenz. Eine Reise, von der sie nicht wieder zurückkehren wird, weil die Krankheit nicht heilbar ist.

Manche Menschen haben ein Gedächtnis wie ein Elefant, manche können sich nach wenigen Minuten nicht mehr daran erinnern, was eben passiert ist. Demenz gehört zum Leben. Niemand weiß genau, wer von uns später betroffen sein wird. Eins ist klar: Es gibt deutliche Hinweise, dass regelmäßige Bewegung sich günstig auswirkt.

Mehr als 45.000 Menschen in Schleswig-Holstein leiden an Demenz. Und ihre Anzahl wird in den nächsten Jahren deutlich steigen. Und darauf sind wie noch nicht gut genug vorbereitet. Es gibt eine Lücke bei der Versorgung und diese Lücke wollen wir schließen.

Wer morgen eine gute Pflege für seine Angehörigen will, muss heute handeln. Wer übermorgen selbst gut versorgt sein möchte, muss jetzt die Weichen dafür stellen. Pflege ist mehr als körperliche Versorgung. Zur Pflege gehört auch der Betreuungsaufwand bei Demenz. Das sehen jedenfalls wir Grüne so.

Es ist höchste Eisenbahn, dass wir endlich einen neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff bekommen. Das Schneckentempo, das sich die Bundesregierung bei diesem Thema leistet, wird den Demenzkranken und ihren Angehörigen nicht gerecht.

Auf Landesebene schlagen wir ein anderes Tempo an. Wir wollen alles tun, was in unseren Händen liegt, um die Situation für Demenzkranke zu verbessern. Aus diesem Grund haben wir gemeinsam mit dem SSW und der SPD den aktuellen Antrag für einen Landesdemenzplan eingebracht. Unser Motto ist: Jetzt handeln und nicht länger abwarten.

2008 wurde die Landesagentur Demenz für drei Jahre als Modellprojekt in Norderstedt eingerichtet. „Vergissmeinnicht“ ist übrigens auch der Titel der Kampagne, die die Alzheimergesellschaft 2008/09 in Schleswig-Holstein startete. Inzwischen ist die Landesagentur in das „Kompetenzzentrum Demenz“ umgewandelt worden und wird dauerhaft gefördert. Das Team in Norderstedt leistet hervorragende Arbeit. Aber ein Kompetenzzentrum allein kann den Bedarf in einem Flächenland nicht decken.

Wir brauchen eine systematische Erhebung, welche Angebote für Demenzkranke und ihre Angehörigen es in Schleswig-Holstein schon gibt und wie sich der Bedarf in den kommenden Jahren entwickeln wird. Wir brauchen entsprechende Beratungs- und Unterstützungsangebote, Informationen und Schulungen. Wir brauchen mehr wissenschaftliche und medizinische Forschung zu Alzheimer und Demenz.

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

nur so können wir die Erkrankungen im Frühstadium besser erkennen, effektiver behandeln und hoffentlich irgendwann einmal auch heilen.

Demenz ist ein Massenphänomen und damit eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung. Menschen mit Demenz gehören zu unserem Alltag, sie bewegen sich im öffentlichen Raum. Deshalb sollten wir alle wissen, wie wir angemessen und rücksichtsvoll mit ihnen umgehen. Das ist nicht nur für Freunde und Familien wichtig.

Was macht die Busfahrerin, wenn der Fahrgast unbedingt nach Schilksee möchte, die Linie aber nach Wellsee fährt? Was macht der Verkäufer, wenn die alte Damen nach einer roten Jacke sucht, aber im Schuhgeschäft steht? Wie reagiert die Polizei, wen sich der ältere Herr weder an seinen Namen noch an seine Adresse erinnern kann?

Mehr Information, besseres Wissen und Verständnis von Demenz sind für uns alle wichtig. Die Zahl der Demenzerkrankten wird steigen. Das steht fest. Je schneller wir uns darauf einstellen, desto besser. Wir sollten nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern handeln. Und je schneller wir das tun, desto besser. Ich würde mich freuen, wenn Sie alle jetzt nicht vergessen, unserem Antrag zuzustimmen.

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